Neoprenchaos und noch mehr Dinge die anders liefen als geplant
Hallöchen!
Heute soll es um die ersten zwei Wochen nach den Ferien gehen. Ich habe einiges unternommen, eine Investition getätigt und bin auf dem Weg meine N.I.E. zu beantragen. Was das genau alles bedeutet und was in den nächsten Wochen bei mir geplant ist, findet ihr hier raus. Hier aber erstmal ein Tipp, um welche Investition es sich handelt, wobei es durch den Titel schon relativ eindeutig sein sollte:
In der erste Woche nach den Ferien sind zwei neue Praktikantinnen in der Grundschule angekommen. Die eine davon hat sich für ihre ganze Teneriffazeit ein Auto gemietet, wodurch wir sehr flexibel waren. An dem einen Tag sind wir direkt nach der Schule nach las Teresitas gefahren. Das ist ein künstlicher Strand etwas nördlich von Santa Cruz. Der Sand ist der einzig weiße hier und wurde extra aus der Sahara importiert und dort aufgeschüttet. Abgesehen davon, dass ich das irgendwie total bescheuert finde extra Sand hier her zu verschiffen, fand ich den Strand auch nicht sonderlich überzeugend. Es war super windig wodurch einem der Sand die ganze Zeit ins Gesicht und gegen den Körper gepeitscht wurde - das hat dabei auch ziemlich weh getan. Außerdem mochte ich den Gedanken nicht, dass es vor allem für Touristen aufgeschüttet wurde. Generell waren dort auch fast nur Touristen - auch etwas, was mich eher genervt hat. Das einzig witzige war, als wir uns dort ein Eis geholt haben. Dadurch, dass die Sonne so gebrannt hat, ist das Eis schneller geschmolzen als wir es essen konnten. Durch den starken Wind wurden dann diese flüssigen Eistropfen durch die Luft gewirbelt und meistens direkt gegen unser Gesicht oder unsere Klamotten. Das war zwar eine riesige Sauerrei, aber trotzdem irgendwie lustig. An dem gleichen Tag waren wir dann noch einkaufen und sind zu mir gefahren und haben den Bachelor abends geschaut.
Zwei Tage später, auch wieder direkt nach der Schule, an dem Freitag sind die beiden Praktikantinnen und ich Richtung Norden gefahren. Wir waren bei einem Aussichtspunkte bei los Realejos (Paisaje Protegier de la Rambla de Castro), waren an dem Strand in San Marcos schwimmen (bei dem die Wellen aber sehr stark waren und das rein und raus gehen ins Wasser dadurch zu einer Achterbahnfahrt wurde), haben eine kurzen Stopp beim Drago Milenario gemacht (ein 300-800 Jahre alter Drachenbaum, welcher der älteste der Welt ist) und waren gegen Ende nochmal in Garachico. Zu Garachico habe ich auch einen interessanten Fakt. Vor knapp 200 Jahren ist der Teide das letzte mal ausgebrochen und zwei Lavazungen sind auf der Höhe von Garachico runtergelaufen. Die kann man sogar heute immer noch sehen. Außerdem wurde vieles der Siedlung zerstört und durch die erkaltete Lava künstlich vergrößert. Das Bild mit den Treppenstufen weiter unten zeigt beispielsweise das frühere Eingangstor zum Hafen. Nun ist es fast in der Mitte der Stadt. In Garachico haben wir, so wie immer, das obligatorische Eis gegessen und anschließend zu einem Naturwasserpool gefahren. Der war ziemlich schön, mit der beste in dem ich bis jetzt war (der war in Los Silos und heißt Charco los Chochos - für alle, die dort auch mal vorbei wollen). Dort waren auch viele (erstaunlich große) Krebse. Die waren bestimmt so groß wie meine beiden Hände nebeneinander. Für den Sonnenuntergang haben wir dann geplant gehabt, zum Punta de Teno zu fahren. Das haben den tag davor (also Donnerstag) andere Praktikantinnen auch gemacht und fanden es dort wirklich toll. Wir saßen dann also im Auto, haben uns auf den Weg zum Punta de Teno gemacht, wurden dann aber angehalten. Auf die Frage was los sei wurde uns gesagt, dass es nicht erlaubt ist dort mit dem Auto hinzufahren. An sich wussten wir das, aber auf den Schildern mit diesem Hinweis steht auch, dass man ab 19 Uhr selbst fahren darf. Wir haben dann den Sonnenuntergang in Buenavista angeschaut - das war auch schön, aber nunmal nicht das, was wir geplant haben. Abends, als ich dann zuhause war (wir haben auf dem Rückweg die neue Folge Die Drei ??? gehört - die war ziemlich gut), habe ich nochmal gegoogelt, woran es lag, dass wir nicht zum Punta de Teno fahren durften. Ich habe dann rausgefunden, dass man nach 19 Uhr selbst hinfahren darf (was wir ja auch wussten und auch auf den Schildern steht) aber das wohl nur von Montag bis Donnerstag gilt. Das erklärt natürlich einiges. Heißt für uns, dass wir es an einem anderen Tag nochmal probieren werden, dann aber unter der Woche. Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei.
Blick auf den Teide
Aussichtspunkt bei los Realejos
San Marcos
Dann habe ich mir diese Woche einen eigenen Neoprenanzug gekauft. Ich hatte nämlich meistens das Problem, dass sie zu groß oder klein waren, oder generell einfach nicht gut gesessen haben. Das hat meinen Spaß am surfen deutlich geschmälert und durch die fehlende Bewegungsfreiheit mir auch meinen Spaß geraubt und meine Frustration wachsen lassen hat wie eine Blume. Aber das Finden eines guten und passenden Neoprenanzugs war herausfordernder als ich es mir ursprünglich überlegt hatte. Ich war einmal dort und habe mehrere anprobiert, aber keiner hat so richtig gesessen - die meisten habe ich nicht mal bis zu meiner Hüfte hochbekommen. Irgendwann hat auch die Kraft in den Fingern nachgelassen und man hat sich stellen an den Fingern wundgerieben. Das war nicht nur schmerzhaft, sondern auch nervig. Durch diese Anstrengungen in dieser super kleinen Umkleidekabine wurde es unfassbar heiß und man hat geschwitzt wie Bolle. Dadurch wurde es noch schwerer den Neopren hochzuziehen und so ging es in einer endlosen Abwärtsspirale immer weiter. Für diesen Tag habe ich es dann aufgegeben gehabt und dachte schon, dass ich mich damit zufrieden geben muss, keinen eigenen zu finden. Eine Woche später, nachdem ich bei der Polizei war wegen der Beantragung der N.I.E. und sich in die Schule fahren nicht mehr gelohnt hat, dachte ich mir, dass ich einen neuen Versuch wage. Ich bin also erneut zu dem Surfladen gefahren und habe mir erneut einige ausgesucht, welche ich dann anprobiert habe. Es war diesmal genauso ein krampf wie beim letzten Mal und ich hatte das Gefühl noch mehr zu schwitzen als die Woche davor. Das gute ware aber, dass ich nur zwei Neoprenanzüge anprobieren müsse, bis ich einen gefunden habe, der sich gut angefühlt hat. Der erste saß an den Oberschenkeln leider zu eng. Der zweite war auch sehr eng (ich dachte erst, dass ich ihn gar nicht über meine Knie bekomme), aber ich habe ihn dann schlussendlich doch ganz anbekommen. Ab dem Punkt, an dem er einmal richtig an war, war es auch kein Problem mehr und er saß wirklich gut. ich bin sehr gespannt wie es dann beim ersten mal richtig surfen mit ihm ist. Ein Freund, der hier als Tauchlehrer arbeitet, hat mir außerdem bestätigt, dass sich die Meere genug aufgeheizt haben, dass der Neopren von mir auch dick genug fürs Tauchen ist. Das möchte ich hier nämlich auch noch unbedingt ausprobieren und wenn es mir gefällt vielleicht sogar den Tauchschein absolvieren. Diesen Neoprenanzug habe ich dann schlussendlich auch gekauft. Er ist dunkelgrau und schwarz und sitzt perfekt. Leider war das gar nicht mal so günstig und ich musste 231 Euro investieren. Aber ich hatte da noch Glück - eigentlich hätte der Neopren 330 Euro gekostet, war aber im Sale.
Kommen wir nun zu meiner persönlichen Achillesferse: Der Beantragung der N.I.E. Einige wissen vielleicht was es ist, anderen ist es komplett neu. Die NIE ist die Número de Identidad de Extranjero, übersetzt also die Identitätsnummer von Ausländern. Diese Nummer muss jeder Mensch beantragen, welcher sich länger als 90 Tage innerhalb der EU (außerhalb des Heimatlandes) aufhält. Bei mir würde niemand merken, wenn ich es nicht machen würde, jedoch gibt es mehrere Gründe sich die Arbeit aufzuhalsen. Der größte und mein Hauptgrund ist eigentlich, dass ich die Vergünstigungen erhalten will. Personen, die die NIE haben, können kostenlos Bus fahren und erhalten 75% Rabatt auf Fluge und Fährfahrten innerhalb Spaniens. Das macht schon einiges aus. Wir wollen über den tag der Kanaren (der ist am Ende vom Mai und liegt über Pfingsten) nach Lanzarote (die kanarische Insel, die am weitesten von Teneriffa weg ist) reisen. Wenn ich den Discount bekomme, dann muss ich nur circa 65 Euro für den Hin- und Rückflug insgesamt bezahlen. Ohne den Rabatt bin ich bei knapp 260 Euro. Das macht schon ziemlich viel aus. Auch der Bus lohnt sich. Ich fahre so viel hin und her, dass ich in meinem ersten Monat zwischen 100 und 150 Euro für Busfahrkarten ausgegeben habe. Der Weg zur NIE ist - theoretisch - ganz einfach. Aber es gab mehrere Probleme, welche ich hier jetzt thematisieren werde, damit Leute, die die Sachen ebenfalls beantragen müssen bescheid wissen, worauf sie sich einlassen.
Folgend einmal die Unterlagen die benötigt werden, um die NIE zu beantragen. Es lohnt sich alles direkt ausgefüllt dabei zu haben. Es wäre auch möglich die Dokumente vor Ort zu erhalten und sie auszufüllen, das kostet aber Zeit und vor allem sind alle Formulare komplett auf spanisch. Übersetzer und Leute die englisch sprechen sind auf den Kanaren Mangelware, wodurch das Ausfüllen zuhause deutlich entspannter ist. Benötigt werden:
- der Personalausweis/Reisepass (Original + Kopie)
- das ausgefüllte Formular Ex-15 (in doppelter Ausführung) --> findet man, wenn man es einfach googelt; dann am besten online ausfüllen und danach ausdrucken
- das ausgefüllte (und bezahlte) Formular Modelo 790 --> Das ist das Formular, mit dem man die Bearbeitungsgebühren bezahlt. Hier direkt der Hinweis, dass man dies im Voraus machen muss und es nicht bei der Polizei möglich ist, sondern man zu einer Bank muss. Hier tut sich übrigens direkt die erste Schwierigkeit auf: Eine Bank zu finden, die euch die Gebühren bezahlen lasst. Ihr müsst es euch so vorstellen: Ihr geht in die Bank rein, fragt auf spanisch, ob man Gebühren bezahlen kann. Da ist die Antwort meistens direkt nein. Den Rest der Antwort versteht man meistens nicht, da sie so schnell sprechen, dass man als blutiger Spanischanfänger kein Wort versteht. Dann versucht man irgendwie mit Händen und Füßen zu erfragen, bei welchen Banken man die Gebühren bezahlen kann. Im besten Fall bekommt man darauf eine Antwort und wird zu einer anderen Bank geschickt, bei der aber genau das selbe passiert. Im blödesten Fall wissen die es nicht und schicken einen ohne weitere Infos weg. Meine Erfahrung nach muss man einfach zu ganz vielen unterschiedlichen Banken laufen und überall nachfragen. Häufiger haben wir auch gehört, dass man Gebühren nur bei einigen besonderen Filialen, an bestimmten Tagen und zu bestimmten Zeiten bezahlen kann. Diese Zeiten findet man aber weder im Internet, noch wissen die Personen die in der Bank arbeitet davon. Theoretisch soll man auch an den Bankautomaten zahlen können. Von diesem Gedanken könnt ihr euch aber direkt verabschieden, denn das geht in der Praxis nicht, wenn ihr keine NIE und/oder ein Konto bei der Bank habt. Wir hatten dann Glück und bei der einen Filiale ging es. Ich sag wie es ist: Wir waren selbst überrascht als die Antwort war, dass es gehen würde. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es an einem anderen Tag bei einer anderen Person die grade arbeitet anders ist.)
- die ausgedruckte Terminbestätigung --> Den Termin bestätigt ihr durch einen Code, den ihr per Mail zugeschickt bekommt. Wenn der Link für die Termine nicht mehr geht, geht am besten ins Sekretariat und fragt da einmal nach. Dadurch, dass die alle spanisch sprechen, finden sie viel leichter im Internet die richtige Seite für die Termine als man selbst. Als ich da war und gefragt habe, hat es keine 10 Minuten gedauert und sie konnten es mir schicken.
Und das war es eigentlich auch schon. Viele Dinge sind es theoretisch nicht. Aber dadurch, dass schon das Bezahlen der Gebühren so ein Krampf ist, zieht sich der ganze Prozess ziemlich in die Länge. Vor allem, da man diese Sachen nur Vormittags machen kann, wo ich aber eigentlich in der Schule zum Arbeiten bin.
Ein weiteres erstaunlich großes Hindernis ist, das man eine Termin bei der Polizei benötigt. Anrufen geht nicht, da die Nummer nicht mehr existiert, eine Mailadresse ist auch nicht auffindbar. Ohne Termin geht nichts und man wird direkt abgewiesen. Es gibt einen Link, der mal funktioniert, manchmal aber auch gar nicht (https://icp.administracionelectronica.gob.es/icpco/citar?p=38&locale=es&appkey=null). Zusätzlich spricht bei der Polizei und generell in den Behörden meistens niemand englisch. Man muss also sich so irgendwie durchwurschelt (Übersetzerapps sind mein Freund). Ich habe jetzt einen Termin für den 10.05. um 12 Uhr und hoffe einfach, dass ich alles dabei habe was ich brauche und das alles klappt.
Ich habe jetzt aber auch schon gehört, dass man die sogenannte Residencia benötigt um kostenlos Busfahren zu können. Das wäre ähnlich aufgebaut wie der Antrag der NIE (auch ein Formular in doppelter Ausführung und eine Überweisung der Gebühr von 12 Euro im Voraus). Zusätzlich werden noch mehr Dokumente benötigt. Ich habe die alle jetzt ebenfalls zusammengestellt und werde die Tage versuchen eine Bank zu finden, die mich auch die 12 Euro überweisen lassen, damit ich bei meinem Termin vielleicht direkt beide Sachen beantragen kann. Für den Antrag der Residencia benötigt man die NIE-Nummer, aber da die NIE (soweit ich das von anderen gehört habe) direkt ausgestellt wird, ist es theoretisch möglich, die Residencia direkt im gleichen Zug zu beantragen. Ich hoffe das klappt auch in der Praxis so - ich werde es dann berichten.
Hier jetzt aber einmal die Sachen die benötigt werden, damit die Residencia beantragt werden kann:
- der Personalausweis/Reisepass (Original + Kopie)
- das ausgefüllte Formular Ex-18 (in doppelter Ausführung) --> findet man, wenn man es einfach googelt; dann am besten online ausfüllen und danach ausdrucken
- das ausgefüllte (und bezahlte) Formular Modelo 790 --> hier gilt das gleiche wie auch schon bei der Beantragung der NIE
- Praktikumsbescheinigung von der deutschen Schule (Original + Kopie) --> dafür geht ihr ins Sekretariat und sagt bescheid, dass ihr eine Bescheinigung braucht
- Europäischer Krankenverischerungsnachweis auf spanisch (Original + Kopie) --> es geht auch eine Übersetzung von google, wenn ihr das deutsche Original dazulegt)
- Aktueller Bankauszug mit ausreichendem Betrag für die Versorgung während des Aufenthalts in Spanien (Original + Kopie) --> circa 5800 Euro werden benötigt
- eventuell Praktikumsbescheinigung von der Organisation auf spanisch (wie z.B. Erasmus)
- NIE-Nummer (Original + Kopie)
- Certificado de empadronamiento (Original + Kopie) --> erhält man nach der Anmeldung des Wohnsitzes vom Rathaus. Man geht mit der:dem Vermieter:in dorthin, muss einen spanischen Mietvertrag nachweisen, den Personalausweis im Original und als Kopie dabei haben und ein Formular ausfüllen. Dabei hilft aber oft der:die Vermieter:in, die dann auch oft spanisch sprechen - das erleichtert es deutlich. Dieses Zertifikat kostet meisten 2-3 Euro, welche man direkt vor Ort in Bar bezahlt.
- die ausgedruckte Terminbestätigung --> gleicher Hinweis wie bei der NIE













































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Liebe Kiara,