Mehr als eine Insel
Hallöchen!
In der ersten Woche der Osterferien haben einige der anderen Praktikantinnen und ich uns ein Auto gemietet, damit wir einfacher und schneller die Insel erkunden können. Auch danach bin ich noch mit dem Bus auf Erkundungstour gewesen. Wo es uns hin verschlagen hat und was wir so gesehen haben, erfahrt ihr hier.
Tag 1: Caleta Jóver, Bajamar, Punta del Hidalgo, Benijo und Anaga-Gebirge
Nachdem wir Sonntagabend die Autos am Flughafen im Norden abgeholt haben, konnten wir uns am ersten Tag gegen 10 Uhr auf den Weg machen. Insgesamt waren wir zu acht und sind mit zwei Autos losgefahren. Ich war die Fahrerin in dem einen Auto und hatte zu Beginn einige Unsicherheiten, da die Straßen hier doch oft schmaler und deutlich steiler sind als in Deutschland. Zusätzlich sind die Autobahnen an einigen Teilen ziemlich unübersichtlich und selbst Google Maps ist sich nicht ganz sicher gewesen, wo wir genau hinwollen.
Nachdem wir es geschafft haben zu starten, haben wir uns auf den Weg in den Norden der Insel gemacht. Dort haben wir zuerst bei einem Naturpool in Caleta Jóver einen Stopp gemacht. Leider war etwas bewölkt und windig, weshalb wir nicht ins Wasser gegangen sind und dort nur einige Zeit verbracht haben und einige Snacks gegessen haben. Danach sind wir weiter gefahren zu einem anderen Naturschwimmbecken in Bajamar. Dort war das Meer ziemlich wild und es kamen immer wieder große Wellen, die alles überflutet haben. Einer der anderen ist dort sogar schwimmen gewesen. Dem Rest von uns war es aber leider zu kalt, da sich die Wolken immer noch nicht verzogen haben. Anschließend sind wir zum Punta del Hidalgo gefahren. Das ist einen Leuchtturm, welcher eine überraschende Ähnlichkeit mit einem Bösewichtsquatier hat. Am Ende wollten wir noch nach Benijo fahren. Wir haben uns spontan dazu entschieden einen kleinen Umweg zu fahren und durch das Anaga-Gebirge zu fahren. Dort war es zwischenzeitlich wirklich tricky Auto zu fahren, da die Kurven und Straßen sehr eng und uneinsichtig waren. An einem Punkt habe ich auch mein Leben an mir vorbeiziehen sehen, als wir eine sehr starke Steigung hochgefahren sind, die Drehzahl im Auto immer weiter runter ging und das Auto (selbst im ersten Gang) kurz davor war abgewürgt zu werden. Mit viel Röcheln und einigen Stoßgebeten haben wir es jedoch geschafft. Ein anderes Problem erwartete uns kurz darauf, als uns auf einmal ein Linienbus entgegengekommen ist. Es ging nicht nach vorne und nach hinten wollten wir eigentlich auch nicht. Schlussendlich hat uns der Busfahrer per Handzeichen zu verstehen gegeben, dass wir rückwärts den Berg wieder runterrollen sollen. Hinter uns war auch noch ein anderes Auto, was diese ganze Aktion vermutlich genauso wenig witzig fand wie wir. Aber auch dieses Hindernis haben wir gemeistert und sind sicher angekommen. Oben im Anaga-Gebirge haben wir einige Fotos gemacht und sind an einigen Aussichtspunkten angehalten. Das Foto mit dem Haus, welches halb im Berg gebaut ist finde ich besonders cool, da früher wohl fast immer so gebaut wurde. Das hatte zwei Gründe: Zum einen, weil die Insel wenig flaches Land bietet, zum anderen, weil dadurch das Haus gekühlter bleibt. Am Ende waren wir noch kurz in Benijo, waren aber einfach zu kaputt, um die ganzen Treppenstufen runter an den Strand zu gehen und haben nur ein ‚schnelles‘ Foto auf 2/3 der Höhe gemacht. Heißt also für mich, dass ich da irgendwann unbedingt nochmal vorbeifahren möchte. Damit war der erste Tag dann auch schon vorbei.
Caleta Jóver
Bajamar
Punta del Hidalgo
Benijo
Anaga-Gebirge
Tag 2: Siam Park
Am zweiten Tag gab es einigen Wechsel bei den Personen, die mit uns im Auto gesessen haben. Beispielsweise war nun auch mein Mitbewohner dabei. Heute stand der Siam Park auf dem Programm. Das ist ein großer (aber leider auch relativ teurer) Wasserpark im Süden von Teneriffa. Die meisten Rutschen haben großen Spaß gemacht, obwohl man oft einige Zeit anstehen musste, würde ich den Wasserpark generell empfehlen. Vielleicht aber am besten unter der Woche und außerhalb der Ferien, dann müsste es nochmal leerer werden. Nach dem Wasserpark waren die Personen aus meinem Auto und ich noch etwas essen und haben so den Tag ganz entspannt ausklingen lassen. Es gibt zu Tag zwei nicht so viel zu schreiben, da wir nicht so viele Stationen abgeklappert haben. Eine Sache, die mir noch einfällt, ist, dass ich im Siam Park meine Kontaktlinsen verloren habe, da mir Wasser ins Auge gespritzt ist. Das war kurz ein bisschen blöd, dann aber doch gar nicht so schlimm, da wir ja immer als Gruppe unterwegs waren und ich (zum Glück ziemlich geistesgegenwärtig am Morgen) meine Brille eingepackt habe – genau für solche Eventualitäten. Abends wurde das eine der beiden Autos zurück zum Flughafen gebracht. Dafür bin ich dann auch nochmal losgefahren, um die andere Fahrerin vom Flughafen abzuholen, damit sie nicht noch eine Stunde Bus fahren muss.

Tag 3: Los Gigantes und Masca-Schlucht
Am dritten Tag mit dem Auto waren wir im Süden und haben uns die los Gigantes angeschaut. Es handelt sich dabei, stumpf gesagt, einfach um sehr große Felsen aka Steilklippen. Sehen ganz cool aus, wäre es mit dem Bus aber nicht wert gewesen, da man mit dem Bus über 2,5 Stunden braucht. Dort waren wir an zwei Aussichtspunkten und haben zum Mittag in einem italienischen Restaurant gegessen. Danach war die Frage, was wir nun tun wollen. Die los Gigantes waren leider etwas enttäuschend und so wollten wir dann nicht direkt zurückfahren. Wir haben uns dann dazu entschieden noch in die Masca-Schlucht zu fahren. Die Straßen waren noch steiler und kurviger als die im Anaga-Gebirge. Die nervenaufreibende Fahrt hat sich aber mehr als gelohnt. Die Schlucht war wirklich sehr beeindruckend und man konnte unfassbar weit schauen. Auf den Fotos kommt es leider nicht so groß und tief rüber, aber ich denke, man kann sich trotzdem dadurch ein grobes Bild machen, wie es dort aussieht. Danach sind wir nachhause gefahren und haben den Abend jeder für sich ausklingen lassen.
Los Gigantes
Ein Teil der Straße Richtung Masca-Schlucht
Masca-Schlucht
Tag 4: Surfen mit meinem Mitbewohner
Am Donnerstag war für die meisten Leute der Tag zum Ausruhen und für das Verarbeiten der neuen Eindrücke und Erlebnisse der letzten drei Tage. Da wir aber immer noch ein Auto hatten, da wir Freitag und Samstag in einer neuen Konstellation die Insel erkunden wollten, wollte ich den Tag mit Auto nicht einfach so verstreichen lassen. Nachdem ich mehr oder weniger ausgeschlafen habe, bin ich mit meinem Mitbewohner ins Auto gestiegen., um in el Médano surfen. Die Wellen dort waren leider nicht wirklich existent, wodurch wir dort zwar Boards und einen Neoprenanzug ausgeliehen haben, aber dann mit dem Auto ein Stück zurück nördlich gefahren sind, wo es etwas bessere Wellen gab. Die Boards in das Auto zu bekommen, stellte sich als ziemliche Tetrisaufgabe heraus – am Ende hat es aber doch irgendwie gepasst. Für den Rückweg haben wir uns auch gemerkt, wie die Boards im Auto waren, wodurch es uns für den Rückweg deutlich einfacher viel alles (mehr oder weniger sicher) im Auto zu verstauen. Das Surfen lief an dem Tag wirklich gut und ich hatte das Gefühl, einen deutlichen Verbesserungsprozess verzeichnen zu können. Danach war ich auch super motiviert auf mehr und wollte eigentlich auch gar nicht aus dem Wasser. Irgendwann war es dann aber auch Zeit zu gehen. Dadurch, dass ich einen langen Neoprenanzug anhatte, hatte ich eine krasse Bräunungskante an meinem Handgelenk. Das seht ihr auch nochmal in dem Foto weiter unten. Eine Sache ist an dem Tag nur leider nicht so gelaufen wie geplant: Ich habe mir meinen Fuß an einem Stein aufgerissen. Zum Glück war es nicht supergroß, aber trotzdem tief genug, dass sich einiges an Dreck und Sand darin festsetzen konnten. Nachdem wir die ausgeliehen Sachen zurückgegeben haben und wir wieder zuhause waren, hieß es also erstmal den Dreck aus der Wunde rauszufummeln. Das war mühselig und nicht grade spaßig, war aber das Beste. So hatte es keine Chance sich zu entzünden und ist dann auch relativ schnell abgeheilt.

Tag 5: Los Realejos, Buenavista, Garachico, Punta de Teno und Sonnenuntergang auf dem Teide
Am Freitag waren wir zu viert im Norden unterwegs. Zuerst waren wir in Los Realejos und sind dort ein Stück in der Nähe des Strands, aber oben bei den Felsen entlanggegangen. Danach haben wir uns Buenavista angeschaut und waren dort lecker Eis essen. Dort haben wir auch unsere Mittagspause verbracht. Außerdem waren wir unten am Meer, wo einfach ein riesiger Golfplatz war, welcher irgendwie fehl am Platz wirkte. Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Punta der Teno, haben wir nochmal in Garachico angehalten. Da ich schon einmal da war, konnte ich einiges zu der Siedlung erzählen und wir haben dort noch ein zweites Eis gegessen. Wie schon erwähnt wollten wollten wir anschließend zum Punta de Teno. Das ist ein Leuchtturm an der westlichen Stelle der Insel. Jedoch gab es auf dem Zufahrtweg ein Hinweisschild was besagte, dass es nicht erlaubt ist, mit dem eignen Auto dort hinzufahren. Wir wollten also den Bus nehmen, haben dafür circa 50 Minuten in Buenavista gewartet. Das Ende vom Lied war jedoch, dass der Bus voll war und gar nicht gehalten hat. Das heißt, wir haben um sonst die Zeit gewartet. Das war frustrierender als es sein sollte, wodurch wir beschlossen haben, zurück nach Hause zu fahren. Abends, gegen acht Uhr, bin ich dann nochmal mit meiner Mitbewohnerin Hannah und eine von ihren Freundinnen namens Antonia von ihr durch den Nationalpark auf den Teide gefahren. Das ist hier der größte Vulkan, welcher das letzte Mal vor circa 200 Jahren ausgebrochen ist. Dort haben wir dann zusammen den Sonnenuntergang angeschaut. Um komplett auf die Spitze wandern zu dürfen, bedarf es einer besonderen Genehmigung, sonst muss man eine fette Summe Strafe zahlen. Dadurch das die beiden keine Genehmigung hatten, sind sie nachts hochgewandert, haben den Sonnenaufgang angeschaut und sind anschließend wieder runtergegangen. Ich habe sie am nächsten Morgen gegen 11 Uhr wieder abgeholt.
Los Realejos
Buenavista
Garachico
Sonnenuntergang auf dem Teide
Tag 6: Nationalpark beim Teide, Puerto de la Cruz und Orotava
Nachdem wir die beiden nach ihrer Nachtwanderung auf den Teide im Nationalpark abgeholt haben, sind wir noch kurz im Nationalpark verweilt. Dort, ab einer bestimmten Höhe, wächst nicht mehr viel und es wirkt ein wenig wie eine Marslandschaft. Ein Fakt am Rande: das weiße Gebäude bei den Fotos ist das Observatorium auf dem Teide und gehört zu einen der wichtigsten der Welt. Nachdem die obligatorischen Fotos geschossen wurden, sind wir nach Puerto de la Cruz gefahren und haben dort in einem veganen Restaurant gegessen. Die Preise waren total okay und ich war danach pappsatt. Nach dem Essen haben sich die beiden Wandermäuse abgesetzt und wir sind dann noch zu dritt in Puerto de la Cruz etwas rumgeschlendert. Ich habe (wie immer) ein Eis gegessen und wir waren einige Klamotten shoppen und am Ende noch Lebensmittel einkaufen. Wir waren auch alle irgendwie etwas kaputt, wodurch wir für uns beschlossen haben, nur noch nach Orotava zu fahren (das liegt etwas oberhalb von Puerto de la Cruz).
In Orotava ist es sehr steil (noch mehr als in Tabaiba - ich hätte nicht gedacht, dass das geht). Es war aber alles optisch irgendwie alt, aber nicht schäbig. Vor allem hatte man durch die Steigung einen guten Ausblick auf ganz Orotava. Ursprünglich wollten wir uns den Sonnenuntergang anschauen, aber da wir alle irgendwie platt waren und es auch noch wolkig war und wir sowieso nur wenig bis nichts gesehen hätten, sind wir dann gegen frühen Abend zum Flughafen gefahren, um das Auto zurückzugeben. Das hat alles ohne große Probleme funktioniert. Nun hieß es also nur noch eine Stunde mit dem Bus wieder nachhause fahren.
Teide Nationalpark

Puerto de la Cruz

Orotava



Den nächsten Tag, also den Sonntag habe ich eigentlich nur zum regenerieren benutzt und um die ganzen Erlebnisse zu verarbeiten. Außerdem habe ich die 'Abrechnung' erstellt, damit ich das Geld von den Mitfahrenden anteilig zurückbekomme. Dabei kam einiges an Geld zusammen und es tat mir manchmal wirklich leid den Leuten die Summe zu schreiben, die sie mir Überweisen sollen. Die Autos waren durch die Osterferien leider verhältnismässig teuer, aber ich finde, dass es sich trotz des Preises gelohnt hat, da wir so viel gesehen haben, was wir zeitlich niemals mit dem Bus geschafft hätten. Einige der Sachen wären auch gar nicht mit dem Bus erreichbar gewesen - also direkt ein doppelter Grund, warum sich die Autos gelohnt haben.
Was ich in der zweiten Woche der Ferien getrieben habe und was meine Pläne in der Zukunft sind, erzähle ich euch im nächsten Eintrag. Wir wollen es ja auch spannend halten und dieser Beitrag ist schon lang genug.
Also heißt es wie immer: Ich wünsche euch einen schönen Tag, eine schöne Woche, einen schönen Monat und ein schönes Leben.
Elli
P.S. Eine Sache die ich ganz vergessen habe: An dem ersten richtigen Ferientag, dem Samstag, war die Abschiedsfeier von Cathrin, einer anderen Praktikantin, die ihr Praktikum absolviert hatte. Wir haben uns abends getroffen, haben geredet, entspannt etwas getrunken und sind danach noch auf ein Fest in der Innenstadt von Santa Cruz gegangen. Das war ziemlich cool, auch wenn ich bei der Musik kein Wort verstanden habe und mich zwischendrin etwas fehl am Platz gefühlt habe. Es wurde sehr viel spanische Musik gespielt, die jeder zu kennen scheint, außer uns Kartoffeln. Aber auch so war es ein wirklich schöner Abend und ein gelungener Abschluss.






















































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Liebe Kiara,